Baby baden im Eimer – Anleitung und Tipps

Baby baden im Eimer

Sobald der Rest der Nabelschnur abgefallen ist, darf Dein Baby das erste Mal gebadet werden. Viele Mütter schwören hierbei auf einen Badeeimer. Ob sich die Kleinen darin wirklich “wie im Mutterleib” fühlen, können wir natürlich nicht genau wissen – doch bietet der Badeeimer viele Vorteile, welche wir Dir zusammen mit weiteren Tipps direkt vorstellen möchten.

Warum ist ein Badeeimer besser als eine Wanne?

Eine Baby-Wanne (und erst Recht die große Badewanne) setzen voraus, dass das Kind schon im Sitzen baden kann. Ein Neugeborenes kann dies aber noch nicht. Ebenfalls wissen wir, dass Babys viel Nähe brauchen und sich in der Enge beschützt und geborgen fühlen, während sie sich in zu viel Weite verlieren.

Der Badeeimer ist darum ideal für die ersten Monate – so lange bis das Baby alleine sitzen kann. Für die Eltern ist das Bad mit dem Badeeimer leicht zu handhaben. Denn das Baby kann einem nicht einfach durch die Finger “flutschen”. Zudem ist ein Baby Badeeimer nicht teuer und bereits ab 10 Euro erhältlich. Der Wasserverbrauch ist besonders gering: Du benötigst nur 5 Liter für ein Vollbad. Zu den verschiedenen Modellen erzählen wir Dir später mehr.

So wird im Badeeimer gebadet

Gleich vorweg: das erste Babybad ist am besten kurz. Das lustig plantschende Kind mit Schaum auf dem Kopf und einer Quitscheente – das kommt später!
Babys baden am liebsten wach und satt
Babys die gerade hungrig oder müde sind, möchten in diesem Moment (genau) nicht gerne baden! Wähle also einen Moment in dem Dein Baby wach und satt ist – wie schon gesagt: Eine lange Badeprozedur wird es ohnehin nicht werden. Generell wird für die ersten Monate empfohlen, unter 10 Minuten zu baden.
Die richtige Temperatur
Die ideale Umgebungstemperatur ist 22 Grad. Wir schreiben bewusst nicht “Badezimmertemperatur”, denn das Baby kann auch im Wohnzimmer, Kinderzimmer oder jedem beliebigen Ort gebadet werden. Es darf nur keine Zugluft geben und auf dem Teppich kannst Du ein Handtuch unterlegen. Die Wassertemperatur sollte zwischen 35 und 37 betragen. (Es gibt hierfür günstige Bad-Thermometer ab ca. 2,50 Euro.)
Badeeimer ohne Shampoo
Experten wie Kinderärzte, Hautärzte oder auch das Verbrauchermagazin Ökotest betonen immer wieder: Ein Baby benötigt keine Seife, kein Shampoo und keinen Badezusatz. Auch wenn die Industrie dafür natürlich sämtliche Produkte entwickelt hat – einfaches warmes Wasser reicht.

Bei besonders trockener Babyhaut empfiehlt Ökotest etwas Pflanzenöl ins Badewasser zu geben.

mami-first.de Redaktion

Die Haare können ebenfalls nur mit Wasser gewaschen werden. Erst wenn Dein Baby dichteres Haar bekommt (oder aufgrund seiner Gene schon zur Geburt damit gesegnet wurde) kann man einmal pro Woche einen Klecks Babyshampoo verwenden.

Achtung: Baby-Shampoos die “nicht in den Augen brennen” enthalten oft Sodium Laureth Sulfate. Dies ist eine PEG-basierte Substanz, welche den Augapfel kurzzeitig leicht betäubt und dadurch eine Tränenbildung verhindert. Verbraucherschützer empfehlen dies nicht, da es den natürlichen Reflex des Auges unterbindet, nämlich das Auge auszuspülen.

Tipp: Für die ersten Haarwäschen im Badeeimer ist es am leichtesten, die Haare (bzw. den Kopf) Deines Babys mit einem Schwamm zu waschen. Halte außerdem immer ein weiches Handtuch oder einen trockenen Waschlappen bereit, um Wasser schnell aus den Augen oder dem Gesicht zu trocknen.

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Waschen: weniger ist mehr
Ein Badetag pro Woche ist laut Experten völlig ausreichend für Babys. Wie Du wahrscheinlich selbst schon gemerkt hat, stinkt ein Baby nie (außer es hat die Windel voll). Du musst Dich also nicht stressen, wenn das geplante Bad doch nicht in den Zeitplan passt.

Generell solltest Du selbst positiv und entspannt beim Baby baden sein. Bleibe dicht beim Eimer und halte es vielleicht zum Anfang noch mit Deiner schützenden Hand fest oder halte Deinen Arm einfach ins Wasser. Mami ist da. Nötig ist das Festhalten allerdings im Badeeimer nicht – denn wie schon gesagt, kann Dein Baby hier eigentlich nicht unter Wasser rutschen.

Nach dem Baden: Warm halten und kuscheln

Da Babys ihre Temperatur noch nicht so gut regulieren können, ist es sehr wichtig, dass Du Dein Baby direkt nach dem Bad in ein Handtuch wickelst, abtrocknest und anziehst. Am besten mit Mütze oder Kapuze. Viele Babys mögen dann gerne kuscheln, an die Brust (bzw. Fläschchen) und vielleicht schlafen sie nach der großen Aufregung auch direkt ein.

Diese Unterschiede gibt es bei Badeeimern

Nachdem wir Dir die Vorteile von Badeeimern dargelegt haben, möchten wir Dir noch ein paar Tipps zum Kauf geben.
Tummy Tub und seine Nachmacher
Der bekannteste Badeeimer ist Tummy Tub. Der amerikanische Hersteller machte den Badeeimer populär und verkauft seine Produkte als “das Original”. Es gibt verschiedene Versionen von Tummy Tub Badeeimern, wobei sie alle mehr oder weniger transparent sind. Dies ist sinnvoll, denn so siehst Du von außen, ob Dein Baby vielleicht sein Füßchen verknickt hat. Die Eimer zeichnen sich zudem durch einen breiten, rutschfesten Rand aus, der es einfach für Dich macht, den Eimer zu tragen. Die Badeeimer sind stabil und die Gefahr, dass der Eimer umfällt ist sehr gering. (Trotzdem musst Du natürlich die ganze Zeit während des Bads neben Deinem Baby bleiben und darfst es nicht aus den Augen lassen.)

Die Modelle von Tummy Tub kosten etwa um die 30 Euro.

Im Vergleich zum “Original” kannst Du im Babyfachmarkt oder auf Amazon etliche “Nachahmer” Eimer kaufen. Diese sind bereits ab etwa 10 Euro erhältlich und unserer Meinung nach spricht nichts dagegen, ein günstigeres Modell zu wählen.

Gibt es Labor-Untersuchungen zur Schadstoffbelastung bei Badeeimern?
Eine Frage, die viele Eltern umtreibt, ist die Frage nach einer möglichen Schadstoffbelastung. Leider liegen uns hierzu keine Labor-Untersuchungen vor. Weder Ökotest noch die Stiftung Warentest haben Badeeimer bisher getestet. Generell ist Hartplastik weitaus weniger oft mit schädlichen Weichmachern (PAK) belastet, als Weichplastik. Doch so lange es keine unabhängigen Untersuchungen gibt, bleibt einem nur die Möglichkeit, den Hersteller-Angaben zu vertrauen.

Tummy Tub bewirbt seine Badeeimer auf Amazon mit “schadstofffreiem Kunststoff”.

Der Badeeimer Delta Baby Shantala (ca. 15 Euro) ist aus Polypropylen. Dies ist laut dem Verbraucher-Magazin utopia ein recht umweltfreundlicher Kunststoff, welcher kaum anfällig ist, Schadstoffe zu bilden. Denn es ist ein Plastik OHNE Weichmacher. Dies bestätigt die Verbraucherzentrale. Zudem lässt sich Polypropylen gut recyceln.
Der noch günstigere und ebenfalls sehr beliebte Badeeimer Bieco (ca. 13 Euro) bewirbt sein Produkt als “schadstofffrei und aus Speichel-echter Farbe”.

Badeeimer für über 100 Euro?

Warum 30 Euro für einen Badeeimer bezahlen, wenn man auch 130 Euro bezahlen kann?! Sicherlich wollen alle Eltern für ihr Baby das Beste, doch was ist das Besondere an den teuren Badeeimern? Ein Badeeimer für über 100 Euro (z. B. der SSZZ Umweltschutz Kinder Badeeimer) bietet einige Funktionen, die andere Badeeimer nicht haben. Zum einen ist der Badeeimer isoliert – das Wasser bleibt also länger auf der gleichen Temperatur – zum anderen gibt es einen Sitz und einen Abfluss.
Diese Features sind in der Tat praktisch, doch eine Empfehlung geben wir für diesen Preis nicht. Da Babys Bad ohnehin nur wenige Minuten dauert, ist die Isolier-Funktion übertrieben und bei 5 Litern Wasser benötigt man auch keinen Abfluss. Auch ein Sitz ist für ein Neugeborenes noch viel zu früh. Doch wenn das Baby so alt ist, dass es schon selbständig sitzen kann, kann es auch etwas mehr Platz haben.

Fazit

Badeeimer sind eine tolle und sichere Sache und werden Dir und Deinem Baby sicher viel Freude bereiten und Dein Liebstes gut an das Wasser gewöhnen. Günstige Modelle sind hierbei völlig ausreichend, wobei ein möglichst schadstofffreies Material wie Polypropylen gewählt werden sollte. Wichtig sind eine transparente Farbe, ein guter, rutschfester Greifring und ausreichende Stabilität. Habe das Handtuch schon griffbereit und lasse Dein Baby beim Baden nie allein.